Reperto

Dein Songbook in eine andere App umziehen

6 Min. Lesezeit

Der eigentliche Preis eines App-Wechsels ist nicht die App, sondern das, was darin gewachsen ist: über Jahre korrigierte Akkorde, in die eigene Tonart gezogene Lieder, die Reihenfolge einer Probe. Die gute Nachricht: Das meiste davon liegt in portablen Formaten. Dieser Text zeigt, welche Datei was mitnimmt, was auf dem Weg typischerweise verloren geht und wie du wechselst, ohne eine einzige Probe zu riskieren.

Erst die Sicherung, dann der Blick hinein

Jede Songbook-App hat einen Export oder eine Sicherung. Das ist Schritt eins: Sicherung ziehen und an einen zweiten Ort kopieren — das Handy selbst reicht nicht, Cloud oder Rechner sind besser.

Dann schau, was die Sicherung überhaupt ist, denn daran hängt ihre Portabilität. Drei Möglichkeiten: eine einzelne Textdatei, viele in Ordnern sortierte Liederdateien oder ein komprimiertes Paket (zip). Öffne das Zip am Rechner — was herausfällt, verrät das Format: .pro-/.cho-/.txt-Dateien sind eine gute Nachricht, eine einzelne Datendatei plus Hash bedeutet ein app-eigenes Format.

Lass dich von der Endung nicht täuschen. Apps erfinden eigene Endungen, darunter steckt aber meist ein gewöhnliches Zip — benenne es am Rechner testweise in .zip um und öffne es.

Welches Format nimmt was mit?

Es gibt nicht viele Formate in der Songbook-Welt, und die meisten sind nah verwandt. Der Unterschied liegt darin, wie viel Information die Datei neben dem Text trägt.

FormatWas es mitnimmtWorauf achten
ChordPro (.cho, .chopro, .pro, .crd)Text + Akkorde im Text; Angaben wie Titel, Interpret, Tonart, TempoDas portabelste Format — reiner Text, notfalls von Hand zu reparieren
OnSong (.onsong)Text + Akkorde + KopfzeilenSehr nah an ChordPro; nutzt statt Direktiven einfache Zeilen am Dateianfang
Reiner Text (.txt)Text + Akkordzeilen darüberKeine Metadaten: Tonart, Tempo und Capo tippst du in der neuen App neu ein
PDFEin Bild der SeiteBild statt Text: Transponieren, Akkorddiagramme und Suche funktionieren nicht
App-eigene Sicherung (zip)Die ganze Bibliothek + Setlists + EinstellungenÖffnet nur die eigene App — oder eine, die dieses Format lesen kann
Nach Portabilität sortiert: die oberste Zeile liest fast jede App, die unterste nur die eigene App oder eine, die dieses Format lesen kann.

In der Praxis ist der stabilste Weg: Kann deine alte App als ChordPro exportieren, nimm das. Ihre eigene Zip-Sicherung trägt mehr (Setlists, Einstellungen), aber dafür musst du eine App finden, die sie liest — ChordPro liest jeder.

Was geht unterwegs verloren?

Text und Akkorde kommen fast immer an. Was fehlt, ist meist die persönliche Schicht rund um das Lied — und das vorher zu wissen ist besser, als es in der Probe zu merken.

  • Zeichnungen, Markierungen und handschriftliche Notizen auf der Seite — praktisch kein gemeinsames Format trägt sie.
  • Anzeigeeinstellungen: Scrollgeschwindigkeit, Schriftgröße, Design.
  • MIDI-Zuordnungen, Pedalbelegungen, Klick- und Metronom-Einstellungen.
  • Tags, Favoriten, „zuletzt gespielt“ — die Ordnungsschicht; manche Formate retten sie als Ordnernamen.
  • Die Reihenfolge: Kommen die Setlists mit, kommt auch die Reihenfolge; sonst baust du die Listen neu.

Tonart, Transposition und Capo überleben dagegen meistens — sie stecken in ChordPro-Direktiven oder in der app-eigenen Sicherung. Wie ein Lied gespielt wird, kommt also mit; wie es aussah, nicht.

Sechs Schritte vor dem Umzug

Leg den Wechsel nicht auf einen Probentag. Diese Reihenfolge reicht, damit die Überraschungen von der Bühne fernbleiben.

  1. Sicherung ziehen, an einen zweiten Ort kopieren und auf die Dateigröße schauen — wenige Kilobyte heißen meist, dass nur die Setlist-Namen herauskamen.
  2. Die neue App zuerst mit einer Handvoll Lieder testen, nicht gleich mit der ganzen Bibliothek.
  3. Für den Test schwierige Lieder wählen: ein Titel mit Umlauten, ein Lied mit Capo und ein PDF.
  4. Tonart und Capo einzeln prüfen — das ist das Feld, das am häufigsten unbemerkt kippt.
  5. Prüfen, ob Setlists und ihre Reihenfolge angekommen sind.
  6. Die alte App erst löschen, wenn mindestens eine Probe vorbei ist — und die Sicherungsdatei aufbewahren.

Die erste halbe Stunde nach dem Import

Mit dem Ende des Imports ist die Arbeit nicht zu Ende. Vergleiche die Zahlen: Wie viele Lieder waren in der alten App, wie viele sind es jetzt? Eine Lücke kommt fast immer von zweierlei — ein Dateiformat, das nicht gelesen werden konnte, oder zwei Fassungen desselben Liedes, die zu einer verschmolzen sind.

Öffne dann die zehn Lieder, die du am häufigsten spielst, und überflieg sie: Stehen die Akkorde über der richtigen Silbe, sind die Abschnittsüberschriften da, brechen lange Zeilen sauber um? Halten diese zehn, hält der Rest auch.

Eine der ersten Handlungen in der neuen App sollte die eigene Sicherung sein. Der Umzug ist fertig — aber gerade liegt die einzige Kopie in der neuen App. Bist du zu Reperto gewechselt, zeigt der Sicherungsabschnitt der Anleitung Schritt für Schritt, wie das geht.

Wenn du zu Reperto umziehst

Reperto erkennt das Format am Inhalt statt am Dateinamen; deine Sicherung muss also nicht auf .reperto enden. Einstellungen → Daten → „Importieren (.reperto)“ öffnet eine ungefilterte Dateiauswahl: eine einzelne Datei — oder mit „Ordner auswählen“ gleich ein ganzer Ordner.

  • ChordPro-, OnSong- und reine Textdateien werden direkt gelesen.
  • Sicherungen aus in Ordnern abgelegten Liederdateien werden ebenfalls gelesen; die Ordnernamen werden zu Playlists.
  • PDF-Noten kommen als reine Anzeige an — Transponieren und Akkorddiagramme gelten dort nicht.
  • Tonart, Transposition, Capo, Tempo und deine Notizen kommen mit, sofern die Datei sie trägt.

Das 30-Lieder-Limit der kostenlosen Version gilt auch beim Import; eine größere Bibliothek am Stück umzuziehen erfordert Pro.

Nach dem Umzug beginnt die eigentliche Arbeit: Setlists bauen, Tonarten festzurren, alles bühnenfertig machen. Schritt für Schritt steht das in der Anleitung.

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